Sich im weiten Berufsozean orientieren, dabei Spaß haben und spannende, neue Erfahrungen machen – ist das innerhalb von nur zwei Tagen auf einem Schiff möglich? Ja, es ist möglich, denn der Veranstaltungsort und das Programm sind an sich schon ein außergewöhnliches Erlebnis! Diese Erfahrung machten die 39 futOURisten des Nordcamps bei ihrem Aufenthalt auf der MS Stubnitz, einem ehemaligen Fischereischiff. Arrangiert haben diesen Ausflug die Deutsche Kreditbank Stiftung mit ihrem Vorsitzenden Martin Honerla und Christian Liedke, Leiter Marketing der DKB, die den Teilnehmern des Sommercamps futOUR ein ganz besonderes Geschenk machen wollten.
Erfrischt und gestärkt vom Baden in der Ostsee und einem Mittagsimbiss am Strand kamen die Berliner im Rostocker Hafen an. Dort lag das Fischereischiff MS Stubnitz inmitten von historischen Segelschiffen, die in Vorbereitung auf die Hanse-Sail teilweise schon geflaggt waren – eine tolle Kulisse! Als erstes galt es für die futOURisten, ihr neues Zuhause für die nächsten zwei Tage zu erkunden und sich vom Personal einweisen zu lassen – denn auf einem Schiff gelten andere Regeln als an Land. Die erste Truppe der futOUR-Teilnehmer wurde gleich in der Kombüse eingespannt und bereitete mit Begeisterung das Abendessen vor – vielleicht wäre „Schiffskoch“ ja ein möglicher Beruf?
Am Abend gab es verschiedene freiwillige Angebote: Eine Gruppe ging der Frage nach „Wohin geht das Wasser?“ und beschäftigte sich mit „Ebbe und Flut“. Andere konnten mit Sternkarten ausgerüstet auf dem Achterdeck liegen und in den Himmel schauen – „wer findet zuerst ein Sternbild?“. In der Nacht durften alle Kinder und ihre Teamer in einem ehemaligen Lagerraum im Rumpf des Schiffes schlafen – das war aufregend – trotzdem fielen gegen 23 Uhr auch die letzten in den Schlaf. Seeluft macht müde! Nur zwei Schülerinnen waren noch an Deck anzutreffen, denn hier musste die ganze Nacht über ein Schatz bewacht werden, jeweils in Zweiergruppen für eine Stunde. Aber futOURisten sind aufmerksam – obwohl einige Seeräuber versucht haben, den Schatz an sich zu reißen, ist es keinem gelungen!
Am Mittwoch wurde auf der MS Stubnitz eine ganze Reihe von Veranstaltungen angeboten und die Kinder konnten in verschiedene Berufe hineinschnuppern: Auf der Brücke konnten sie mit einem Nautiker Navigationsgeräte ausprobieren, Seekarten lesen üben und sich über Berufsperspektiven in der Seefahrt informieren. In einem zweiten Workshop führte ein Schiffselektriker in die Funktionsweise verschiedener elektrischer Maschinen wie Generatoren, Motoren und dem Ladekran ein. Im Maschinenraum ließ sich eine dritte Schülergruppe den Schiffsmotor erklären. Während in der Kombüse viele fleißige Hände die nächsten Mahlzeiten vorbereiteten und die Gruppe der „Veranstaltungstechniker“ für die Party am Abend bereits die Mikrofone, Scheinwerfer und die Musikanlage aufbauten, drehte der „Medientechnik-Workshop“ einen Film, in dem alle anderen Workshops vorgestellt werden sollten.
Ein Höhepunkt war das Seminar am Vormittag des 9. August zu Berufen in Hotellerie und Gastronomie, durchgeführt vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Mecklenburg-Vorpommern (DEHOGA), dem Restaurant Stilbruch und dem Radisson SAS Hotel. Die Teilnehmer lernten eine Menge an Ausbildungsberufen kennen: Veranstaltungskauffrau, Hotelfachfrau, Hotelkauffrau, Restaurantfachfrau, Köchin, Systemgastronomie (Vertrieb, Marketing, Service, Küche), Fachkraft im Gastgewerbe (Service, Küche) und Tourismusfachfrau. Die Ausbildung geht in der Regel über drei Jahre, hilfreich sind vorhergehende Praktika (ab 14 Jahre möglich) und Fremdsprachenkenntnisse. Diese Berufe gestatten eine große Flexibilität, da man sich auch weiterbilden und so in angrenzende Berufe wechseln kann.
Eine Auszubildende des Restaurants Stilbruch berichtete den futOURisten außerdem, dass häufig im Schichtsystem gearbeitet wird, eine Frühschicht beispielsweise um 4:30 Uhr anfangen kann und mitunter viel im Stehen gearbeitet wird.
Nun interessierte die Teilnehmer natürlich, wo sie mehr Informationen zu Ausbildung und Ausbildungslätzen bekommen können. Man könne die Betriebe direkt ansprechen, so die Berater, oder sich auf Berufsmessen und ‚Tagen der offenen Tür’ informieren. Auch kleinere Betriebe, die ausbilden, seien interessant. Dort gehe es eher familiär zu und die Auszubildenden würden alle Bereiche, wie z.B. Putzen, Wäsche, Einkaufen, Buchhaltung etc. kennenlernen – kleine Betriebe könnten auch eine gute Ausbildung bieten und trügen oft zu einer persönlichen „Reife“ und eigenverantwortlichem Handeln der Azubis bei.
Die Personalchefin des Radisson SAS war von den aufmerksamen Teilnehmern so angetan, dass sie spontan alle für den nächsten Tag in das Hotel einlud, um ihnen die möglichen Berufe einmal hautnah und in der Praxis zu zeigen. Ein Angebot das begeistert aufgenommen wurde.
Mehr Infos gibt zu diesen Berufsfeldern unter www.dehoga.de, DIHK oder den örtlichen Berufsinformationszentren (BIZ).
Als die Workshops zu Ende waren, besuchten die futOURisten die Kommandobrücke der MS Stubnitz. Während draußen immer mehr Schiffe in den Hafen fuhren, konnten die Berliner einmal hautnah das Steuer in die Hand nehmen. Ein gutes Gefühl und ein guter Abschluss für einen Tag, der ihnen Mut machen sollte als Kapitän ihrer eigenen Zukunft Verantwortung zu übernehmen.
Weitere Internetseiten zu Ausbildung und Beruf sind über die futOUR-Linkliste zu finden.
Bildergalerie MS Stubnitz